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Er und Sie

Enttäuscht. Eigentlich garnicht damit gerechnet, mit allem nicht, jetzt diese plötzliche Nähe, vielleicht "Freundschaft", wer weiß. Plötzlich drei, vier neue Termine in Aussicht, obwohl man sich eigentlich wohl garnicht wieder gesehen hätte.
Enttäuscht. Eigentlich garnicht damit gerechnet, es als Spaß abgetan, dann doch die ernste Nachfrage. Und jetzt die definitive Absage, mit Ersatztermin in weiß-der-Kuckuck-wann, enttäuscht, obwohl er sich freut.

Stehe wohl auf "Alle-Menschen-sind-schön"-Typen.

Enttäuscht und sauer auf mich selbst, dass ich mir von dir Gefühle für dich hab machen lassen.

Das Spiel, bei dem es darum geht herauszufinden, ob der Andere gewinnen will.

Mehr oder weniger Körperkontakt. Sich sehen, jeden Tag, für Stunden. Nett, vertraut, dann kühl, abgewendet. Sinuskurve. Hintergedanken, oder nicht, Theorien, und Indizien. Mal Desinteresse, mal Detailfragen, mal Neugier, mal Genuss.

Ich nehme vorsorglich Abschied von dir. Höre das Lied, zum ersten Mal seitdem. Ich weiß nicht ob ich noch daran glauben soll, dass du anders sein wirst als du es warst, als ich dich verlassen habe. Ich weiß nicht, was mit mir passiert, wenn du mich wieder enttäuschst. Wenn du mich nichtmal anschaust. Nichtmal da bist, um mich zu sehen.
Du müsstest am Bahnhof stehen, eigentlich, mindestens. Lass nicht noch mehr kaputtgehen. Lass mich nicht wieder hängen.

Bruchsal - Frankfurt (on time)

Erst Blickkontakte. In der Stadt, im Zug, nur das kurze Wahrnehmen. Dann ein Arm um die Hüfte, nicht mehr ganz nüchtern, von einem alten Idol im Freundinnenkreis. Dann übriggeblieben im Zug, der erste am Sonntagmorgen, als die zwei gegenüber aufgestanden sind die gleiche Pendlerreaktion, Beine ausstrecken, durchatmen. Ein nettes Gespräch über das Aufwecken, das Studieren, man braucht im Zug keine Namen zu nennen.
Eine neue Nachricht. Sie von den beiden, mit denen der Kontakt zwar seit kurzem ein bisschen eingeschlafen ist, der aber vorher doch sehr persönlich war. Er hat mit ihr Schluss gemacht, nach vielleicht zwei Jahren, sie zieht aus, nach drei Monaten. Morgen.

Don't want to think about it, don't want to talk about it, I'm just so sick about it...

Faszinierend, diesen Eintrag über jemanden zu lesen, der vorgestern "Versprich mir, dass du nach Mannheim kommst..." ins Ohr geflüstert hat. Faszinierend, dass er jetzt so viel Nähe zulässt, sogar sucht, das hatte er nie getan. Woran es wohl liegt, dass er wieder so viel Vertrauen zu mir hat.

(Er wird in Ludwigshafen studieren. Ich habe mich in Mannheim beworben, und würde auch gerne, aber die Chancen stehen nicht besonders gut.)

Du läufst weg, ich lauf dir nach, wir fallen hin und müssen lachen.

Szenen im Kopf.

Ich bin dafür, du bist dagegen, ich gehe weg und du legst mir die Hand auf die Schulter damit ich weiß, dass du es nicht so meinst.

Stationen der Zuneigung.

Als ich dich das erste Mal an der Hand mitgenommen habe musstest du hüpfen, um es zu rechtfertigen. Sonntag Abend hast du mich nur angeschaut.

Unsicherheit, die kommt und geht. Fest oder nicht Fest? Das ist die Frage.

Sie spielen unser Wurstbudenlied.