Economy Bügeln

Zwei Dinge sind beim Bügeln mit geringstmöglichem Aufwand wichtig:
1.) Die Knopfleiste - die muss gebügelt sein, weil sie - frontal - besonders ins Auge fällt. Wenn sonst keine gröberen Knitterfalten vorhanden sind, reicht es oft schon, die Knopfleiste zu bügeln. (Unterstellt wird, dass der Kragen heutzutage keine besondere Steife mehr aufweisen sollte und in der Regel meist schon richtig sitzt. Abstehende Spitzen dürfen natürlich nicht sein.)
2.) Bügelfalten sind ja das uncoolste Greuel für jeden Teen und Twen, und ich habe in Zeiten, bevor ich aus Protestgründen eine vollkommene Bügelverweigerung praktizierte, darauf bestanden, dass meine Kleidungsstücke keine Bügelfalten haben dürfen. Das ist heute - notgedrungen - anders: das Teil, das neben der Knopfleiste am Hemd eine besondere Knitterproblematik besitzt, ist der Ärmel. Der MUSS fast immer gebügelt werden. Ich bin aber ein Mann. D.h., es ist mir angeboren, mit Stoffen, Schnüren, Bändern, korrekten Faltungen und dergleichen nicht umgehen zu können. Der Ärmel aber ist besonders fiese. Den kriege ich nicht gerade hingelegt, den kann ich nicht vernünftig bügeln. Also lege ich ihn aufs Bügelbrett, streiche ihn platt - mit der Naht als Rand - und bügel das ganze Teil in einem Rutsch, auch über die Ränder hinaus. Ergebnis ist eine astreine Bügelfalte, auf die sowieso keine Sau achtet.
(Bügelfalten bei (normalen) Hosen gehen überhaupt nicht.)

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